Sprachliche Integration

Ethnische Minderheiten und sprachliche Integration an Grundschulen in Deutschland

Abstract

Gegenstand des Teilprojekts sind die sprachlichen Integrationsprozesse von neu zugewanderten Kindern aus Minderheitengruppen des Nahen Ostens und Nordafrikas an Grundschulen in Hessen. Dabei geht es um die Klärung der Frage, wie sich parallel zum Deutscherwerb die jeweilige(n) Herkunftssprache(n) entwickeln, welche Rolle hierbei der Schrifterwerb spielt und in welchem Zusammenhang diese Prozesse mit kulturellen Orientierungen der Familie in Deutschland (u.a. als Angehörige einer Minderheit) und den sprachlichen Angeboten der Schule stehen.

Arbeitsprogramm

In dem Projekt sollen die sprachlichen Integrationsprozesse von Kindern im Grundschulalter, die unterschiedlichen, aus dem Nahen Osten bzw. Nordafrika stammenden Minderheiten angehören, in einer longitudinalen Perspektive (möglichst vom Beginn der Einschulung in Deutschland an für die Dauer von 18 Monaten mit drei Erhebungszeitpunkten im Abstand von jeweils 6 Monaten) untersucht werden. Folgende Aspekte stehen dabei im Vordergrund:

  1.  Die Entwicklung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder in ihren Herkunftssprachen und im Deutschen im ersten Aufenthaltsjahr;
  2. die Verwendung der unterschiedlichen Sprachen der Kinder in unterschiedlichen Gebrauchskontexten (Familie, Schule, Peergroup, Verein, religiöser Kontext), einschließlich der Spracheinstellungen;
  3. die in den Herkunftsfamilien betriebene Kulturtransmission aus der Sicht der Eltern;
  4. Zusammenhänge zwischen sprachlichen Kompetenzen und kulturellen/religiösen/ethnischen Orientierungen und Einstellungen in den Familien;
  5. Die Perspektive der deutschsprachigen Lehrkräfte auf sprachliche Heterogenität und den Einbezug der Mehrsprachigkeit der Schüler*innen in ihren Unterricht.

Neues Buch von Petrou, Maria

Der türkische Dialekt von Westthrakien

Das in Nordostgriechenland gesprochene Westthrakisch-Türkische gehört zur balkantürkischen Dialektgruppe. Auf der Basis von Sprachmaterial, das die Autorin in eigener Feldforschung erhoben hat, befasst sich Maria Petrou mit den verschiedenen Varietäten dieses Dialekts. Mit einem Schwerpunkt auf der Phonetik zeigt sie die Abweichungen vom Standardtürkischen auf und arbeitet die Besonderheiten des Dialektes heraus. Dabei vergleicht und diskutiert sie die selbst gewonnenen Daten mit bereits veröffentlichtem Material aus anderen balkantürkischen und zuweilen anatolischen Varietäten sowie aus früheren Sprachstufen des (Osmanisch)-Türkischen. Der Aspekt des Sprachkontakts mit dem Griechischen als charakteristischer Bestandteil des beschriebenen Dialekts zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit und legt wertvolle Erkenntnisse über die untersuchten Varietäten frei.
Nach einer historischen, geographischen und demographischen Einführung werden phonetische, phonologische, mor­pho(phono)logische und syntaktische Erscheinungen so­wohl deskriptiv als auch kontrastiv untersucht. Betrachtungen zur Lexik, Semantik und Pragmatik schließen die Untersuchung ab. Appendices mit einem Teil des untersuchten Textmaterials vervollständigen die Arbeit. Die Studie leistet insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der türkischen Dialekte.

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